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Ergebnisse der Brutzeiterfassung von 6 Eulenarten in Hessen 2007
Nach dem extrem schlechten Eulenjahr 2006 gab es in 2007 nach 2005 fast schon wieder rekordverdächtige Zahlen. Von den massenhaften Auftreten der Kleinsäuger profitieren vor allem die Schleiereulen mit nie da gewesenen Reproduktionszahlen. In solchen Jahren ist es besonders schmerzlich, dass nur noch in wenigen Kreisen komplette Brutzeitkontrollen durchgeführt werden, da somit wertvolle Informationen verloren sind. Wie schon in den vergangenen Jahren wurden bei Schleiereule und Steinkauz in vielen Kreisen keine durchgängigen Erfolgskontrollen durchgeführt, so dass die in den Tabellen angegebenen Jungenzahlen keine repräsentative Aussagekraft über den wirklichen Bruterfolg haben. Ein ganz besonderes Ereignis war 2007 ganz sicher die erste Brut der Zwergohreule in Hessen. Ich habe die mir bekannten Daten der Eule in Hessen einmal zusammen gestellt. Herr Bauschmann von der Vogelschutzwarte in Frankfurt hat die Ereignisse und zeitlichen Abläufe in der Wetterau für die Mitglieder der AG-Eulen beschrieben. Dafür nochmals vielen Dank. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. SchleiereuleWir erhielten Meldungen aus nur 17 hessischen Kreisen. Es wurden 532 Bruten gemeldet, davon waren 121 Zweitbruten. Es ist bedauerlich, dass sich nicht mehr alle Kreise an der Erfassung beteiligen. Keine Meldungen kamen aus den Kreisen Gießen, Frankfurt, Odenwald, Werra-Meißner, Bergstraße, Fulda und Darmstadt. Von diesem Kleinsäugerrekordjahr 2007 profitierte die Schleiereule ganz besonders. Fast überall gab es überdurchschnittliche Reproduktionszahlen mit zum Teil hohen Jungenzahlen. Es wurden 2 Bruten mit 10, 8 Bruten mit 9 und 24 Bruten mit 8 Jungen gemeldet. Als Beispiel die Reproduktionsziffer der genau erfassten Bruten aus dem Main-Kinzig-Kreis: 2006: gerade mal 2,88 Jungen pro SE-Brutpaar (n=66) 2007: mindestens unglaubliche 8 Jungen pro SE-Brutpaar (n=92) Im Main-Kinzig-Kreis gab es mindestens 2 Schachtelbruten und vermutlich sogar 2 Drittbruten, was aber ohne Fang der Alten nicht exakt nachzuweisen ist. Anbei finden Sie ein Plädoyer für artgerechte Schleiereulen-Nisthilfen. Otto Diehl und mit ihm die Leitung der AG-Eulen kämpft seit Jahren gegen die viel zu kleine Brutkiste, wie sie immer noch von der Fa. Schwegler vertrieben wird. Diese Kiste zu verwenden ist natürlich einfach und bequem. Sie entspricht aber nicht den Anforderungen, welche die Jungeulen, es können ja auch schon mal 8 Stück sein, für ihren Bewegungsdrang benötigen. Als Optimallösung empfiehlt Otto Diehl die abgebildete und beschriebene Eulenstube. Das ist natürlich ein aufwendiger Bau und nicht von allen und nicht überall realisierbar. Als Minimalforderung sollten zumindest die auch in unserem Arbeitsblatt "Schleiereulen-Nisthilfe" beschriebenen größeren Brutkisten verwendet werden. Diese haben mehr als den doppelten Rauminhalt als die fertigen Schweglerkisten. |
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2. SteinkauzWir erhielten Meldungen aus 16 hessischen Kreisen. Es wurden 922 Brutpaare gemeldet. Dies ist das beste Ergebnis nach dem Rekordjahr 2005. Im Kreis Bergstraße war aus gesundheitlichen Gründen wieder keine Erfassung möglich. Wenn man diesen zweifellos vorhandenen Bestand hinzu rechnet, wäre das Ergebnis von 2005 sicher erreicht worden.Ganz überraschend kam die Meldung von Herrn Reubert aus Kassel. Dort wurde in einer Baumhöhle ein Gelege gefunden, welches dann aber leider verschwand. Es ist seit Beginn der Erfassung der erste soweit nördlich liegende Brutnachweis. Dies sollte die Mitarbeiter in den nördlichen Kreisen veranlassen, aufmerksam in entsprechenden Biotopen auf den Steinkauz zu achten. Der Mäusereichtum hatte überdurchschnittlich gute Reproduktionsraten zur Folge. Hier die Zahlen aus Kreisen, in denen vollständige Kontrollen stattfanden:
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3. RauhfußkauzWir erhielten Meldungen aus 12 hessischen Kreisen. Es wurden 117 besetzte Reviere gemeldet. Nur in 3 Kreisen wurden die Bruten am Brutplatz kontrolliert.In einem Nistkasten im Hochtaunuskreis wurden 7 Junge kontrolliert. Von den insgesamt 8 Bruten im Main-Kinzig-Kreis wurden in 4 Schwarzspechthöhlen die Jungen genau registriert. Bei zweimal 5 und zweimal 6 Jungen war es ein sehr guter Schnitt von 5,5. Alle anderen Meldungen basieren nur auf Rufnachweisen. |
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4. SperlingskauzWir erhielten Meldungen aus 9 hessischen Kreisen. Es wurden 45 besetzte Reviere gemeldet. Aus Marburg-Biedenkopf erhielten wir leider keine Daten. Ein Brutnachweis wurde nicht gemeldet. |
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5. UhuWir erhielten Meldungen aus 15 hessischen Kreisen. Es wurden 84 Revierpaare gemeldet. Leider haben wir wieder keine Daten aus dem Kreis Gießen erhalten.Auf dem Kühkopf wurde eine Baumbrut mit 2 Jungen gefunden. Alle anderen Bruten fanden in Sandgruben oder Steinbrüchen statt. Im Odenwald und im Altkreis Dieburg gab es wahrscheinlich je eine Nach- bzw. Ersatzbrut.
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6. WaldohreuleVon dem großen Kleinsäugerangebot profitierten naturgemäß auch wieder die Waldohreulen. Wir erhielten Meldungen aus 15 hessischen Kreisen. Es wurden 137 besetzte Reviere gemeldet. Leider ist die Waldohreule bei vielen Mitarbeitern als zu erfassende Art immer noch nicht richtig angekommen. In 2007 hätte sich die Suche an einem milden Mai- oder Juniabend sicher gelohnt, wie die gemeldeten 30 Reviere aus Limburg-Weilburg beweisen. |
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Die Zwergohreule ist nun auch in Hessen zu Hause!In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Berichte von besetzten Revieren und auch einzelnen Bruten der Zwergohreule aus Baden-Württemberg und Bayern. Am 21.7.2003 wurde bei Landau in Rheinland-Pfalz eine erfolgreiche Brut mit 3 Jungen gefunden.Hermann Glebe berichtete mir, dass im April 2006 die Zwergohreule bei Bad Hersfeld gerufen hat. Ebenfalls 2006 wurde im Main-Taunus-Kreis ein Revier der Zwergohreule gefunden. Erstmalig wurden die Rufe am 18.5.06 von HGON-Mitgliedern in Kelkheim vernommen. Anwohner berichteten, die Eule sei schon seit Anfang Mai anwesend. Letztmalig wurden die Rufe am 11.6.06 gehört. Das Revier lag im Bereich einer Streuobstwiese, in der auch 2 Brutpaare vom Steinkauz zu Hause sind. Im Jahr 2007 gab es dann die erste Brut der Zwergohreule in Hessen! Den beigefügten Bericht über die Zwergohreule in den Jahren 2007 und 2008 in der Wetterau hat Herr Gerd Bauschmann von der Vogelschutzwarte in Frankfurt eigens für die Mitarbeiter der AG-Eulen verfasst, wofür ich Ihm nochmals herzlich danke. Wir sollten uns also mit den monotonen Rufreihen der Zwergohreule vertraut machen und im nächsten Frühjahr in den entsprechenden Lebensräumen die "Lauscher" weit aufmachen und auf den Gesang der Eule achten. Infrage kommen offene Landschaften wie Gartengelände, Parks, Friedhöfe und Streuobstwiesen mit alten Baumbeständen. Bernd Flehmig |
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